Bayerischer Volleyball-Verband - Bezirk Mittelfranken: Mittelfranken-Auswahl-Jungs sammeln internationale Turniererfahrungen

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24.01.2018 22:29
Mittelfranken-Auswahl-Jungs sammeln internationale Turniererfahrungen

Hinten vlnr: Mike Limmeroth (T), Benedikt Arnold, Okan Baris, Lennart Minckwitz, Oliver Ehmann, Niklas Uhl, Yannick Bibelriether, Ralf Limmeroth (T) Vorne vlnr: Jonathan Stern, Moritz Ratka, Julian Kalies, Marcel Volkmann, Kevin Ehmann, Leon Bayer

 

Am Dienstag, den 02.01.2018, brachen die 12 Mitglieder der Mittelfrankenauswahl (Jahrgang 03/04) inklusive des Trainer-Duos Ralf und Mike Limmeroth um ca. 07:30 Uhr von Nürnberg mit dem Zug in Richtung Innsbruck auf. Ziel der Reise war die Youth-Alpen-Trophy, ein als U18 deklariertens, internationales Turnier mit Mannschaften aus Österreich, Schweiz, Italien, Slovenien, der USA und Deutschland. Das von den Trainern festgesetzte Ziel lautete, Erfahrung sammeln und auf internationalem Niveau Luft zu schnuppern, da man als eines der jüngsten Teams unter vielen Topteams der jeweiligen Länder antrat. Sollte dabei auch ein sportlicher Sieg herausspringen, werde dieser selbstverständlich gerne mitgenommen. Nach der langen aber kurzweiligen Bahnfahrt und einem anschließenden Fußmarsch durch das von beeindruckenden Bergen eng umschlossene Innsbruck, wurde am Spielort „Reithmann-Gymnasium“ das Klassenzimmer eingerichtet und für die kommenden zwei Nächte bezogen. Die verbleibende Zeit bis zum offiziellen Turnierbeginn wurde für eine einstündige Trainingseinheit genutzt, in der vor allem die Aspekte Aufschlag und Annahme in den Vordergrund gestellt wurden, um das Team auf die kommenden Herausforderungen einzustimmen.
Gleich nach der Eröffnungszeremonie, die der internationalen Zusammensetzung der 16 Damen- und 12 Herren-Teams entsprechend  in Englisch abgehalten wurde,  bestritten die Mittelfranken-Jungs das erste Spiel gegen die 2. Auswahlmannschaft aus Oberbayern, welche ihnen bereits aus dem letztjährigen  Bayernpokal bekannt war -  dem wichtigsten Turnier der Auswahlmannschaften. Damals unterlag man den Oberbayern knapp im Halbfinale. Dieses Mal sollte sich das Spiel anders gestalten und man gewann den ersten Satz deutlich. Viel Druck vor allem im Aufschlag um Neu-Zuspieler Lennart Minkwitz und Kapitän Yannick Bibelriether machten es einfach, den Gegner in Zaum zu halten. Da sich im zweiten Satz viele Eigenfehler einschlichen, wurde es schwierig den Druck und die Konsequenz aus dem ersten Satz beizubehalten. So ging dieser Durchgang verloren und das Spiel sollte im Tie-Break – welcher im Verlauf des Turniers das ein ums andere Mal ausgespielt wurde – entschieden werden. In diesem fand man zu alter Stärke aus Satz 1 zurück und  konnte mit wuchtigen Angriffen vor allem über Mittelblocker Oliver Ehmann den Gegner bezwingen. So endete Tag 1 in Innsbruck versöhnlich und nach dem Abendessen durfte man sich dem Kontakt anderer, interessanterer Turnierteilnehmer/-innen widmen, bevor um 22:30 Uhr zur Bettruhe gerufen wurde.
Am zweiten Turniertag musste das Team 4 Spiele bestreiten. Ein ausgewogenes Frühstück brachte die nötige Stärkung. Das erste Spiel um 9:30 Uhr gegen die 2. Mannschaft des TSV Herrsching sollte die guten Ansätze aus Spiel 1 am Vortag bestätigen. Abermals ragte Mittelblocker Ehmann im Angriff heraus und agierte hervorragend im Block. Einzig zu viele Fehler im Aufschlag brachten Unsicherheit in das Spiel der Mannschaft und die Köpfe der Trainer. Trotzdem konnte der Gegner in 2 Sätzen bezwungen werden, womit die Ziele und Erwartungen bereits übertroffen waren. Im letzten Gruppenspiel ging es gegen die Auswahlmannschaft aus Südtirol. Trotz eines guten Spiels der Jungs unterlag man dem technisch und körperlich überlegenem Gegner in zwei knappen Sätzen. Auch einige taktische Umstellungen nach Durchgang 1 brachten nicht den gewünschten Erfolg und so ging man zum ersten Mal im Turnierverlauf als Verlierer vom Platz. Dennoch wurde die Gruppenphase mit einem hervorragendem 2. Platz abgeschlossen. Im folgendem Überkreuzspiel wollte man nun in die Runde der besten 8 einziehen um gegen die wirklichen Hochkaräter der Turniers spielen zu dürfen. Leider verlief das Spiel nicht nach den Erwartungen des Trainerteams. Eine hohe Fehlerquote im Aufschlag und eine instabile Annahme machten es dem jungen Team schwer, gegen die 1. Mannschaft des TSV Herrsching eigene Akzente zu setzten und so konnte diese dem Team aus Mittelfranken ihr Spiel aufzwingen. Weder motivierende Ansprachen der Trainer in den Auszeiten, noch der Einsatz frischer Spieler von der Auswechselbank konnten das Ruder herumreißen und so musste man sich dem Gegner deutlich mit 0:2 geschlagen geben. Bitter für die Jungs, die sich eine Teilnahme an der Ausspielung um die vorderen Plätze verdient hätten: Nur wegen eines knapp schlechteren Ballverhältnisses verpasste man diese um wenige Punkte und fiel in die Gruppe der letzten 4 zurück.
Trotzdem musste man sich jetzt erst recht noch einmal motivieren und an die eigenen Stärken erinnern, um im folgenden Spiel gegen das Team GSGL Jona aus der Schweiz wieder erfolgreich sein zu können. Körperlich und technisch dem gleichaltrigen Gegner überlegen, schien das im ersten Satz auch ohne große Probleme zu gelingen. Im zweiten Satz wendete sich allerdings das Blatt abermals und viele Eigenfehler und Unkonzentriertheiten führten zu einfachen Punkten für den Gegner und schließlich zum ebenso deutlichen Satzverlust, wie -gewinn in Durchgang 1. Der Tie-Break musste also mal wieder den Ausgang von Tag 2 entscheiden. Hier zeigten sich allerdings die Auswirkungen der mentalen und körperlichen Anstrengungen der zurückliegenden Spiele in allen Aktionen der Mittelfranken und zum Seitenwechsel stand bereits ein Rückstand von 2:8 auf der Anzeigetafel. Im festen Wissen, sich nun nicht mehr verschlechtern zu können und im Bewusstsein, fünf motivierte Spieler auf der Ersatzbank zu haben, wechselte Chef-Coach Ralf Limmeroth zunächst den lange verletzten Zuspieler Moritz Ratka ein. Dieser setzte ein ums andere Mal seine Vereinskollegen Bibelriether und Arnold erfolgreich in Szene und brachte frischen Wind ins Spiel, der sich nach und nach durch Einwechslung aller Ersatzspieler zu einem großen Sturm entwickelte und Punkt um Punkt den Rückstand davonblies. Beim Stand von 21:19 war die Freude riesig, tatsächlich noch den Satz und damit das Spiel gewonnen zu haben. Großes Lob noch mal an die Spieler, die von der Auswechselbank kommend mit viel Kampfgeist und Motivation ihre Chance nutzten und dem Team zum Sieg verhalfen!
Nach einer ausgiebigen Dusche ließ man sich das Abendessen schmecken und die Jungs konnten sich mit frisch getanktem Selbstbewusstsein in die große Players-Party stürzen, die unter dem Dresscode „Bad Taste“ stand. Ausgelassen wurden die alles in allem erfolgreichen ersten 2 Turniertage gefeiert. Auch ein unabsichtlich ausgelöster Feueralarm und das Anrücken der Feuerwehr tat der Stimmung keinen Abbruch und auch das Knüpfen von Kontakten zu den Mädchen einer italienischen Volleyballmannschaft wurde dadurch nicht beeinträchtigt. Um 23:00 Uhr wurden die Schlafsäcke vorgewärmt und auf den Matratzen wurden Wunden geleckt und Muskeln entspannt.
Mit dem Donnerstag war der 3. und letzte Turniertag angebrochen. Nach dem Frühstück schlüpften die Spieler in ihre Turnschuhe und erste Runden zum Aufwärmen und Lockern wurden gedreht. Das erste Spiel des Tages ging gegen ein Team aus der Heimat Mittelfranken, den SV Schwaig. Ein deutlicher erster Satz (25:13) machte Hoffnung, das wesentlich ältere und erfahrenere Team ärgern zu können. Eine durchweg stabile Annahme hatte es ermöglicht, den Gegner mit starken Angriffen unter Druck zu setzen und auch im Aufschlag waren wieder direkte Punkte erzielt worden. In den folgenden Sätzen fand der SV Schwaig allerdings besser ins Spiel und trotz konsequenter Gegenwehr entschied dieser Durchgang 2 und 3 jeweils knapp für sich. Knapp die Chance verpasst, die Kontrahenten zu bezwingen sollte es im letzten Spiel des Turniers noch einmal besser gemacht werden. Hier traf man auf den aus der Gruppenphase bekannten Gegner TSV Herrsching 2. Wie so oft wurde zwar der erste Satz gewonnen und das Team zeigte trotz Müdigkeit nach den bereits 6 gespielten Spielen großartigen Volleyball, in Satz 2 schlichen sich aber wieder einmal viele Eigenfehler vor allem im Aufschlag ein, wodurch dieser unnötigerweise verloren ging. Um auch wirklich jede Möglichkeit auf Spielerfahrung auszureizen, ging es also zum 4. mal im 7. Spiel in den Tie-Break. Diesen entschied man wieder deutlich für sich und somit war man auf einem durchaus zufriedenstellenden 10. Platz angelangt.  Der Blick auf das im Gruppenspiel bezwungene Team Oberbayern 2 zeigt, dass mit einem glücklicheren Ausgang des entscheidenden Überkreuzspiels sogar ein 7. Platz möglich gewesen wäre.
Die Rückreise im Zug verzögerte sich durch massige Zugverspätung soweit, dass man schon befürchtete, das dankenswerterweise als Wegerleichterung von einem im Auto mitgereisten Spielervater transportierte Gepäck noch für eine weitere Nacht in Innsbruck zu benötigen. Dann wurde nach Wechsel der Lok doch noch der letzte Anschluss in München erreicht und Nürnberg mit zwei Stunden Verspätung. Die Stimmung konnte das aber nicht beeinträchtigen, stellt das doch nur ein weiteres gemeinsames Erlebnis dar, an das sich das Team Mittelfranken noch lange zurückerinnern wird.

Vielen Dank den Ausrichtern vom TI Volley Innsbruck für ein rundum gelungenes Event sowie dem Verband Mittelfranken für die finanzielle Unterstützung. Die 28. Youth-Alpen-Trophy 2019 haben wir schon wieder fest im Kalender notiert!

 

Kategorie: Sport

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